Minestrone

Staudensellerie gehört für mich zu den Gemüsen, die ich mit guten Vorsätzen kaufe und eine Woche später schlapp im Gemüsefach wiederfinde. Eine ganze Staude ist eine Menge, und nach zwei Stangen mit Dip ist bei mir meistens die Luft raus. Genau dafür ist eine Minestrone mit Staudensellerie wie gemacht, denn da verschwindet fast die ganze Staude im Topf und keiner fragt, wo sie geblieben ist.

Was Minestrone eigentlich ist

Minestrone heißt übersetzt ungefähr große Suppe, und genau das ist die Idee dahinter: Rein kommt, was da ist. In Italien hat jede Familie ihre eigene Version, mit Bohnen oder ohne, mit Reis oder mit Nudeln. Feste Regeln gibt es kaum, ein paar Grundpfeiler aber schon. Einer davon ist Sellerie.

Staudensellerie als heimlicher Star

Zusammen mit Zwiebel und Möhre bildet Sellerie in der italienischen Küche das Soffritto, die Grundlage für unzählige Suppen und Soßen. Langsam angeschwitzt verliert er seine strenge Note und wird mild, fast ein bisschen süß. Ich war selbst überrascht, wie anders er gegart schmeckt. Wer Staudensellerie bisher nicht mochte, sollte ihm in dieser Suppe noch eine Chance geben.

Suppengrün macht die halbe Arbeit

Im Bund Suppengrün steckt schon fast alles, was ich für eine Minestrone brauche: Möhre, ein Stück Knollensellerie, Lauch und Petersilie. Zusammen mit dem Staudensellerie entsteht daraus eine Gemüsebasis mit viel Eigengeschmack, die Brühe muss also nicht alles alleine stemmen.

Warum Tomaten aus der Dose hier besser sind

Für Minestrone greife ich ganz bewusst zur Dose. Dosentomaten werden reif geerntet und direkt verarbeitet, sie schmecken das ganze Jahr über gleich gut und geben der Suppe ihre kräftige Farbe. Frische Tomaten außerhalb der Saison kommen da nicht ran.

Am zweiten Tag noch besser

Was ich an dieser Suppe besonders mag: Am nächsten Tag schmeckt sie sogar noch besser, weil die Aromen Zeit hatten, sich zu verbinden. Die Nudeln saugen über Nacht allerdings Flüssigkeit auf, deshalb gieße ich beim Aufwärmen immer einen Schluck Wasser oder Brühe nach. Mit Parmesan und einem guten Schuss Olivenöl obendrauf ist das für mich ein Essen, bei dem ich an einem grauen Regentag nichts weiter brauche.

Zutaten

  • 1 Bund Suppengrün
  • 6 Stangen Staudensellerie
  • 400 g Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Lauchzwiebeln
  • 1 Dose stückige Tomaten
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1,2 l Gemüsebrühe
  • 100 g kleine Suppennudeln
  • 50 g Parmesan
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Zuerst putzen wir das Suppengrün. Möhre und Knollensellerie schneiden wir in kleine Würfel, den Lauch in Ringe, die Petersilie kommt erst später dran. Der Staudensellerie wird in feine Scheiben geschnitten, Zwiebel und Knoblauch würfeln wir fein. Auch die Kartoffeln schälen wir und schneiden sie klein. Je ähnlicher die Stücke in der Größe sind, desto gleichmäßiger gart nachher alles.

Dann erhitzen wir das Olivenöl in einem großen Topf und geben Zwiebel, Knoblauch, Staudensellerie und Suppengrün hinein. Jetzt darf das Gemüse in Ruhe bei mittlerer Hitze gut acht Minuten anschwitzen, bis es weich ist und leicht süßlich duftet. Hier entsteht der ganze Geschmack der Suppe, wer diesen Schritt abkürzt, merkt es später auf dem Löffel.

Anschließend rühren wir Tomatenmark und Oregano ein und rösten beides kurz mit. Das nimmt dem Tomatenmark die Schärfe und macht es aromatischer. Mit den Dosentomaten und der Brühe löschen wir ab, geben die Kartoffeln dazu und lassen alles etwa 15 Minuten köcheln.

Jetzt kommen die Nudeln in den Topf und garen mit, bis sie bissfest sind, die Zeit steht auf der Packung. Dabei ziehen sie einiges an Flüssigkeit, wird die Suppe zu dick, gießen wir etwas Wasser nach. Zum Schluss schmecken wir mit Salz und Pfeffer ab.

Die Lauchzwiebeln schneiden wir in feine Ringe, die Petersilie hacken wir, und beides rühren wir erst kurz vor dem Servieren unter, damit es frisch und grün bleibt. Auf die Teller verteilt kommt noch frisch geriebener Parmesan darüber und ein kleiner Schuss Olivenöl obendrauf. Fertig ist ein Essen, das satt macht und richtig gut tut.