Callaloo mit Kabeljau: ein bisschen Karibik aus dem Obstkorb

Die Fußball-WM läuft, und während Deutschland auf Curaçao trifft, haben wir uns gefragt: Was würde man eigentlich auf der anderen Seite des Atlantiks kochen? Die Antwort hat unser Holger am Freitag schon geahnt, als er auf dem Hamburger Großmarkt einen besonders schönen frischen Spinat in den Korb gelegt hat. Wir haben daraus ein echtes Stück karibische Küche gemacht, und es ist grüner, als man denkt.

Was Callaloo eigentlich ist

Callaloo ist auf vielen karibischen Inseln so etwas wie ein Nationalgericht. Im Kern ist es ein kräftiges Blattgemüse, das mit Kokosmilch, Zwiebel, Knoblauch und einer Spur Chili sämig geschmort wird. Original nimmt man dafür die Blätter der Taro-Pflanze oder Amaranth, beides bekommt man bei uns in Norddeutschland eher selten frisch. Und genau hier kommt unser Star der Woche ins Spiel.

Warum Spinat der perfekte Ersatz ist

Spinat ist außerhalb der Karibik der klassische Stellvertreter für die Original-Blätter. Er fällt beim Erhitzen genauso schön zusammen, nimmt die Aromen aus der Kokosmilch bereitwillig auf und bringt die gleiche tiefgrüne Farbe auf den Teller. Wer Callaloo mit Spinat kocht, macht also keinen Kompromiss, sondern geht genau den Weg, den auch karibische Familien außerhalb der Heimat gehen. Holger achtet beim Einkauf auf besonders frische Ware, und die schmeckt man bei diesem Gericht wirklich, weil frischer Spinat ein feineres Aroma hat als die tiefgefrorene Variante.

Warum weißer Fisch und nicht Lachs

Zum Spinat kommt bei uns Kabeljau, und das ganz bewusst. Lachs ist kräftig und drängt sich geschmacklich gern in den Vordergrund. Ein milder weißer Fisch wie Kabeljau macht genau das Gegenteil: Er saugt die Kokos-Limetten-Sauce auf, statt dagegen anzukämpfen. Dazu kommt, dass er fest und blättrig ist und direkt im Spinat mitgaren kann, ohne zu zerfallen. Das spart eine zweite Pfanne und macht das Gericht alltagstauglich.

Der Trick mit der Hitze beim Anschwitzen

Bevor die Kokosmilch dazukommt, dürfen Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in Ruhe glasig werden. Glasig heißt: Sie sollen weich werden und duften, aber keine Farbe nehmen. Wird die Zwiebel braun, kippt das milde, leicht süße Aroma ins Bittere, und das würde sich später durch die ganze Sauce ziehen. Mittlere Hitze und ein bisschen Geduld sind hier die ganze Kunst.

Warum die Limette erst zum Schluss kommt

Den Limettensaft geben wir bewusst ganz am Ende dazu. Säure verliert beim langen Kochen ihre Frische und wird flach. Erst über das fertige Gericht geträufelt, holt sie die Spritzigkeit zurück, die ein karibisches Gericht ausmacht, und setzt einen hellen Kontrast zur cremigen Kokosmilch. Ein, zwei Spritzer extra direkt auf dem Teller schaden nie.

Die Zutaten

600 g Kabeljaufilet
500 g frischer Spinat
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (ca. 3 cm)
1 Dose Kokosmilch (400 ml)
1 Limette
1 Chilischote
2 EL Öl
Salz

Die Zubereitung

Zwiebel, Knoblauch und Ingwer fein würfeln, die Chili je nach Schärfewunsch mit oder ohne Kerne klein schneiden. Alles in einer großen Pfanne im Öl glasig anschwitzen, bis es duftet.

Mit der Kokosmilch ablöschen und kurz aufkochen lassen. Den Spinat portionsweise dazugeben und zusammenfallen lassen, das geht schneller als man denkt. Mit Salz und etwas Limettensaft abschmecken.

Den Kabeljau in groben Stücken auf den Spinat legen, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze etwa sechs bis acht Minuten ziehen lassen, bis der Fisch glasig durch ist. Zum Schluss noch ein paar Spritzer Limette darüber. Dazu passt Reis.

Guten Appetit und viel Spaß beim Mitfiebern!