Als Holger diese Woche mit einer kleinen Kiste Flower Sprouts vom Großmarkt kam, musste ich erst mal genauer hinschauen. Kleine grüne Röschen mit lila Adern und krausen Blättern, irgendwo zwischen Rosenkohl und Grünkohl. Genau das sind sie auch.
Was sind Flower Sprouts eigentlich?
Flower Sprouts sind eine Kreuzung aus Grünkohl und Rosenkohl, gezüchtet in England. Und zwar ganz klassisch über viele Jahre, mit Gentechnik hat das nichts zu tun. Sie wachsen wie Rosenkohl am Strunk, sehen aber offener und lockerer aus, fast wie kleine Blüten. Daher auch der Name.
Wie schmecken Flower Sprouts?
Wer Rosenkohl wegen seiner Bitterkeit meidet, sollte den Flower Sprouts trotzdem eine Chance geben. Sie schmecken deutlich milder, leicht nussig und sogar ein bisschen süßlich. Vom Grünkohl haben sie das Kräftige, vom Rosenkohl den zarten Biss. Ich finde, das macht sie zu einem richtig guten Einsteigerkohl, auch für Kinder.
Bloß nicht totkochen
Der größte Fehler wäre, die Röschen lange in Wasser zu kochen. Dann werden sie schlapp, verlieren ihre Farbe und die Küche riecht nach Kohl. Viel besser ist hohe Hitze und wenig Zeit. In der Pfanne oder im Ofen bekommen die Blattränder Röstaromen und werden leicht knusprig, innen bleibt das Gemüse saftig.
Warum diesmal asiatisch?
In der Kiste stecken diese Woche zwei Mangold-Rezepte, beide mild und cremig. Für die Flower Sprouts wollte ich deshalb bewusst das Gegenteil: würzig, ein bisschen scharf und ganz ohne Sahne. Sojasoße, Honig, Knoblauch und Chili passen wunderbar zu dem nussigen Kohlgeschmack, die Limette am Ende macht alles frisch. Ingwer habe ich weggelassen, der fehlt hier tatsächlich keinem.
Nur 200 Gramm? Reicht für zwei
Flower Sprouts sind noch etwas Besonderes, deshalb liegt diesmal eine kleinere Menge in der Kiste. Für eine schnelle Pfanne zu zweit ist das genau richtig. Zusammen mit dem Hähnchen ergibt das zwei ordentliche Portionen. Wer für mehr Leute kocht, verdoppelt einfach alles.
Lagerung und Saison
Im Gemüsefach halten sich die Röschen gut drei bis vier Tage, am besten in einer Dose oder einem Beutel, damit die Blätter nicht austrocknen. Saison haben Flower Sprouts von Herbst bis ins Frühjahr, also genau dann, wenn wir Lust auf Kohl haben.
Zutaten
- 200 g Flower Sprouts
- 300 g Hähnchenbrust
- 2 Frühlingszwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 1 rote Chilischote
- ½ Limette
- 3 EL Sojasoße
- 1 EL Honig
- 1 TL geröstetes Sesamöl
- 1 EL Sesam
- Öl zum Braten
Zubereitung
Zuerst rösten wir den Sesam in einer trockenen Pfanne, bis er goldbraun ist und duftet. Das dauert nur zwei, drei Minuten, wir bleiben aber besser daneben stehen, denn Sesam brennt schnell an. Dann kommt er in ein Schälchen und wartet aufs Finale.
Die Hähnchenbrust schneiden wir in dünne Streifen. Etwas Öl in der Pfanne stark erhitzen und das Fleisch darin rundherum durchbraten. Wir nehmen es danach wieder heraus, damit es nicht zu lange in der Hitze bleibt und trocken wird.
Jetzt sind die Flower Sprouts dran. Wir geben sie ins heiße Bratfett und lassen sie vier bis fünf Minuten kräftig anrösten, ohne ständig zu rühren. Genau dabei entstehen die braunen Ränder und das nussige Aroma. Währenddessen schneiden wir Knoblauch, Chili und Frühlingszwiebeln in feine Ringe und geben sie für die letzte Minute dazu. Knoblauch kommt bewusst spät in die Pfanne, weil er bei zu viel Hitze bitter wird.
Sojasoße, Honig und Sesamöl verrühren wir in einer Tasse und gießen die Mischung mit dem Hähnchen zurück in die Pfanne. Alles zwei Minuten durchschwenken, bis die Soße leicht einkocht und Fleisch und Gemüse schön glänzen.
Zum Schluss pressen wir die halbe Limette darüber, schmecken ab und streuen den gerösteten Sesam obendrauf. Dazu passen Reis oder Mie-Nudeln.