Ein Topf mit Geschichte
Bevor es um Zucchini, Möhren und Hähnchen geht, lohnt sich ein Blick auf den Namensgeber dieses Gerichts: die Tajine selbst. Gemeint ist der kegelförmige Tontopf, in dem in Marokko traditionell gekocht wird. Der spitze Deckel sorgt dafür, dass der Dampf innen aufsteigt, an der kühleren Wand kondensiert und wieder zurück ins Gericht tropft. So bleibt alles saftig, ganz ohne viel Flüssigkeit zuzugeben. Wir kochen unsere Version im normalen Topf, aber das Prinzip bleibt: langsam schmoren, nicht hetzen.
Gewürze, die man riecht, bevor man sie schmeckt
Herzstück der marokkanischen Küche ist Ras el-Hanout, eine Gewürzmischung, die je nach Familie und Region unterschiedlich zusammengestellt wird, oft aus einem Dutzend oder mehr Zutaten. Kreuzkümmel, Koriander, Ingwer und eine Prise Zimt gehören fast immer dazu. Das Rösten der Gewürze in heißem Öl, bevor das Gemüse dazukommt, ist kein Detail, das man weglassen sollte. Genau in diesem Moment entfaltet sich das Aroma, das später den ganzen Topf durchzieht.
Zucchini, Möhren und Paprika
Für unsere Version haben wir uns für Zucchini, Paprika und Möhren entschieden, alle drei kommen bei Holger direkt frisch in den Korb. Zusammen mit Hähnchenschenkel, die langsam mitschmoren, ergibt das ein Gericht, das deutlich mehr nach Sonntagsessen als nach schnellem Alltagskram schmeckt, auch wenn der Aufwand überschaubar bleibt.
Mit Brot statt Besteck
Wer eine Tajine in Marokko serviert bekommt, sieht selten Besteck auf dem Tisch. Gegessen wird mit den Händen, Fladenbrot dient dabei als Werkzeug, um Fleisch und Gemüse aus der Sauce zu fischen und den Rest aufzutunken. Genau das würden wir euch auch empfehlen: ein frisches Fladenbrot dazu, und der Löffel bleibt in der Schublade.
Ein Gericht für den ganzen Tisch
Tajine ist in Marokko sowohl Alltagsessen als auch Festtagsgericht, serviert meist aus einem gemeinsamen Topf in der Mitte des Tisches. Genau dieses Gefühl von Zusammensitzen und gemeinsam Essen macht das Gericht auch bei uns zu etwas Besonderem, unabhängig davon, ob Wochentag oder Wochenende.
Zutaten
- 2 Zucchini
- 2 Paprika
- 2 Möhren
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 4 Hähnchenschenkel
- 400 g stückige Tomaten
- 200 ml Gemüsebrühe
- 2 EL Olivenöl
- 2 TL Ras el-Hanout
- eine Prise Zimt
- 1 Zitrone
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung
Zuerst das Gemüse vorbereiten: Zucchini, Paprika und Möhren waschen und in mundgerechte Stücke schneiden, Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Dann das Öl in einem großen Topf richtig heiß werden lassen und die Hähnchenschenkel darin von allen Seiten kräftig anbraten, bis sie eine schöne Farbe bekommen. Das dauert seine Zeit, aber genau da entsteht später ein Großteil des Geschmacks. Die Schenkel herausnehmen und beiseitestellen.
Im selben Topf, mit dem ganzen Bratensatz vom Fleisch, die Zwiebel glasig dünsten und den Knoblauch kurz mitziehen lassen. Jetzt kommen Ras el-Hanout und die Prise Zimt dazu, kurz mitrösten, bis es im Topf richtig gut duftet. Das ist der Moment, in dem sich zeigt, warum man Gewürze nicht einfach nur reinschüttet, sondern ihnen kurz Zeit im heißen Öl gibt.
Die Möhren dazugeben und ein paar Minuten mitbraten, dann mit Tomaten und Gemüsebrühe ablöschen. Die Hähnchenschenkel zurück in den Topf legen, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Erst danach Zucchini und Paprika dazugeben, damit sie nicht zu weich werden, und weitere 15 Minuten mitschmoren, bis Fleisch und Gemüse gar sind. Zum Schluss mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken, probieren, nachwürzen, fertig.