Süßkartoffel-Ceviche mit Garnelen
Wenn das Thermometer klettert und der Korb diese Woche eine Süßkartoffel ausspuckt, dann passiert bei uns Folgendes: Wir gehen nicht in den Ofen, wir gehen ins Kalte. Ceviche heißt das Stichwort, und ja, das kommt eigentlich von der südamerikanischen Küste, wo die Leute genau wissen, wie man bei Hitze isst, ohne hinterher am Tisch festzukleben. Frisch, sauer, bunt, leicht. Und mittendrin die Süßkartoffel, die dem Ganzen eine warme Süße gibt, gegen die ganze Säure.
Warum die Süßkartoffel hier der heimliche Star ist
Garnelen sind das, was zuerst ins Auge fällt, klar. Aber der eigentliche Trick ist die Süßkartoffel. Sie bringt diese erdige Süße mit, die sich an die Zitrusnote anlehnt und das Gericht rund macht. Ohne sie wäre das Ceviche nur spitz und sauer, mit ihr bekommt es Boden. Wichtig ist nur, dass sie wirklich auskühlt, bevor sie dazukommt. Warm und matschig will hier keiner, kalt und bissfest ist das Ziel.
Die Säure macht die Arbeit
Beim klassischen Ceviche gart die Säure den Fisch, ganz ohne Hitze. Wir machen es uns und euch einfacher und nehmen fertig gekochte Garnelen, dann muss sich niemand ans rohe Durchgaren rantrauen. Die Säure kommt bei uns von Zitrone und Orange statt Limette, das ist klarer im Geschmack und die milde Orange nimmt der Zitrone die Schärfe. Ein paar Minuten ziehen lassen reicht, damit alles zusammenfindet.
Frische, die man sehen kann
Gurke, Tomate, Avocado, Lauchzwiebeln. Das ist der frische Teil, der das Ceviche knackig und sommerlich macht. Die Avocado kommt bewusst zum Schluss und wird nur vorsichtig untergehoben, sonst zerfällt sie und alles wird cremig statt stückig. Wer mag, streut Koriander darüber, und wer zur Fraktion gehört, die Koriander nach Seife schmeckt, nimmt einfach Petersilie. Beides passt.
So wird es serviert
Angerichtet wird auf ein paar Salatblättern, das macht optisch was her und streckt das Gericht ein bisschen. Ein Schuss Olivenöl zum Schluss, kräftig abschmecken, weil kalte Gerichte gern etwas mehr Salz vertragen, und wer Schärfe braucht, gibt ein paar Chiliflocken dazu. Fertig ist ein Teller, der nach Sommer aussieht und sich auch so isst. Leicht, frisch und mal was ganz anderes aus dem Gemüsekorb.
Zutaten für 4 Personen
400 g Süßkartoffel
400 g Garnelen, gekocht und geschält
1 Gurke
1 Tomate
1 Avocado
3 Lauchzwiebeln
1 Orange
Saft einer Zitrone
einige Salatblätter
ein paar Stängel Koriander (wer mag) oder Petersilie
Olivenöl
Salz
Zubereitung
Süßkartoffel schälen und in kleine Würfel schneiden, in Salzwasser weich kochen, abgießen und komplett auskühlen lassen, sie soll im Ceviche kalt und fest sein, nicht warm und matschig.
Garnelen abtropfen lassen und in eine Schüssel geben.
Saft der Zitrone und der Orange darübergeben, leicht salzen und ein paar Minuten ziehen lassen, das ist die Säure, die alles zusammenhält.
Gurke entkernen und klein würfeln, Tomate ebenso, beides dazugeben.
Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden und untermischen.
Avocado erst zum Schluss würfeln und vorsichtig unterheben, damit sie nicht zerfällt.
Die ausgekühlte Süßkartoffel dazugeben und alles locker vermengen.
Mit einem Schuss Olivenöl abrunden und nochmal abschmecken, gern etwas mutiger salzen, kalte Gerichte vertragen das.
Auf einigen Salatblättern anrichten und mit Koriander oder Petersilie bestreuen.
Wer es schärfer mag, gibt noch etwas Chili oder ein paar Chiliflocken dazu.